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Forschung und Projekte  

Aktuelle Forschungsprojekte der Professur für Kommunikationswissenschaft, Schwerpunkt Rezeption und Wirkung:

DFG-Projekt Narrativierung als Evidenzpraxis im öffentlichen Diskurs über Genforschung (2017-2020)

Dieses Projekt widmet sich der Narrativierung als Evidenzpraktik in der Berichterstattung über Genforschung. Die Grundannahme ist, dass Medien – neben der an die Wissenschaft angelehnten Evidenzpraktik der Daten- und Methodendarstellung sowie dem Quellenverweis – auch auf Narrationen zurückgreifen, um Befunde der Genforschung zu erläutern und zu plausibilisieren. Ziel des Projekts ist es, die Verwendung dieser verschiedenen Praktiken in der Berichterstattung über die Genforschung mit speziellem Fokus auf Narrationen als Evidenzpraktik zu untersuchen. Hierfür führen wir eine quantitative Inhaltsanalyse der Berichterstattung von 2000 bis 2016 durch. Außerdem soll eine qualitative Vorstudie Einblicke darin liefern, wie sich Masterplots wissenschaftlichen Arbeitens in der Berichterstattung ausgestalten.

Projektleiterinnen: Helena Bilandzic & Susanne Kinnebrock
Projektarbeiterin: Magdalena Klingler
Projektdauer: 2017-2020, DFG-Sachbeihilfe Gz: KI 1532-/1-1


DFG-Pojekt Gegenseitige Sanktionierung unter NutzerInnen von Kommentarbereichen auf Nachrichtenwebseiten und auf Facebook 

In Kommentarbereichen auf Nachrichtenwebseiten und in sozialen Netzwerken können NutzerInnen professionelle Medienbeiträge ergänzen und in Austausch mit anderen NutzerInnen treten. Allerdings erfüllen die Diskussionen nicht immer die Ansprüche an den erhofften deliberativen Diskurs, der vielfältig in den geäußerten Standpunkten, sachlich, respektvoll, themenzentriert, aufrichtig und verständlich ablaufen sollte. Insbesondere unzivile und unhöfliche Kommentare stören die Diskussionen. Die NutzerInnen der Kommentarbereiche können öffentlich gegen unangemessene Kommentare vorgehen, indem sie Antwortkommentare verfassen oder Bewertungsbuttons nutzen. Sie handeln geteilte Normen für den Online-Kontext aus und ergänzen die Arbeit professioneller ModeratorInnen. Das Projekt untersucht, wie NutzerInnen andere KommentatorInnen in Online-Diskussionen sanktionieren und welche Faktoren diese Sanktionierung beeinflussen. Es führt eine qualitative und eine quantitative Inhaltsanalyse von Kommentarbereichen unter Nachrichtenbeiträgen auf den Webseiten massenmedialer Institutionen und auf deren Facebook-Seiten durch. Es analysiert Strategien in und Merkmale von Antwortkommentaren sowie die Verwendung von Social-Buttons als Mittel zur Sanktionierung anderer KommentatorInnen. Als Einflussfaktoren werden sowohl Merkmale der Kommentare, die sanktioniert werden, als auch der vorhergehenden Diskussionsverläufe, der Diskursarchitekturen auf den Medienplattformen und der Medienbeiträge berücksichtigt. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Erforschung sozialer Normen, ihrer Aushandlung und Kontrolle in computervermittelten Interaktionen und trägt Wissen bei zur Regulierung von Nutzerkommentaren in der Praxis. 

Projektleiterin: Dr. Teresa K. Naab
Projektarbeiterin: Constanze Küchler
Projektzeitraum: 2017 bis 2020


Abgeschlossene Forschungsprojekte

DFG-Projekt Fernsehgeschichten und soziale Realität (2013-2015)
Moralische Medienwirkungen und die Rolle emotionaler Prozesse

Das Ziel dieses Projekts ist es, die komplexen Beziehungen zwischen fiktionalen Fernsehinhalten als primärer Ort für stellvertretende soziale Erfahrungen und der Wahrnehmung der sozialen Realität des Publikums zu untersuchen. Dabei bauen wir auf den Erkenntnissen der ersten, DFG-finanzierten Projektphase (2009-2012) auf. In dieser haben wir genre-spezifische Muster von moralischen Botschaften in zeitgenössischen Fernsehserien analysiert und daraus ein Set von moralischen Botschaften (= Implikationen aus Mediendarstellungen richtigen und falschen Verhaltens) abgeleitet. In der nächsten Phase (2013-2015) analysieren wir den Einfluss dieser moralischen Medienbotschaften auf das moralische Denken und Verhalten der Rezipienten in zwei verknüpften Studien.

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DFG-Projekt Fernsehgeschichten und soziale Realität (2009-2012)
Narrationsspezifische Wirkungen, ihre Mechanismen und der Einfluss eigener Erfahrungen

In diesem Projekt wurde untersucht, wie Fernsehgeschichten die Wahrnehmung sozialer Realität beim Publikum beeinflussen. Narratives Erleben - die kognitive und emotionale Erfahrung einer Geschichte, von einer verminderten Wahrnehmung der eigenen Identität, der Umgebung und Zeit begleitet - wird dabei als zentraler Mechanismus gesehen, durch den Geschichten wirken können. Aus den inhaltlichen Spezifika von Geschichten und des narrativen Erlebens wurden „narrationsspezifische Wirkungen" abgeleitet, die die Effekte von Geschichten möglicherweise besser abbilden als traditionelle Konzepte wie Überzeugungen und Einstellungen: Narrationen können (1) alltagsnahe Einblicke in soziale Probleme gewähren, (2) Skripts von Normverletzungen vermitteln und (3) als Basis für Generalisierungen dienen.

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