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Abschlussarbeiten

Sie suchen ein Thema und eine Betreuerin für Ihre BA- oder MA-Arbeit? Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Themengebiete, in denen im Bereich Rezeptions- und Wirkungsforschung Abschlussarbeiten betreut werden:


Formales Vorgehen

Überlegen Sie sich ein grundlegendes Forschungsproblem, das in einem der Themenfelder anschlussfähig ist. Im Anmeldeverfahren für Abschlussarbeiten wählen Sie anschließend Priorität 1 für Rezeption und Wirkung. Die Vergabe von Plätzen für die Abschlussarbeitsbetreuung erfolgt, soweit es die Auslastung der Kapazitäten und die Nachfrage erlauben, gemäß Ihrer thematischen Passung und Prioritätsangaben.

Nähere Informationen zum Anmeldeverfahren der Abschlussarbeit erhalten Sie im Bereich "Studium".



Themengebiete

Erleben und Wirkung von medialen Narrationen

z.B. Verändert sich unsere Einstellung zum Familienbild, wenn wir uns mit Charakteren aus Modern Family identifizieren? Können wir uns in besonders lebhafte Geschichten besser hineinversetzen? Wie kann man Kampagnen zu Gesundheit oder Umwelt narrativ gestalten?

In Serien, Filmen, Büchern, Nachrichten, Werbung oder Blogs finden sich Geschichten, die über fiktionale oder faktuale Ereignisse berichten. Diese Geschichten können Rezipienten mitreißen, bis sie die Welt um sich vergessen, mit den Figuren mitfühlen oder sich mit ihnen identifizieren. Aber Geschichten sind nicht nur Unterhaltung; Rezipienten lernen über die reale Welt aus Geschichten - auch aus fiktionalen - und werden in ihren Einstellungen beeinflusst. Dieser Teilbereich beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen mediale Geschichte wahrnehmen und verarbeiten, und welche Wirkungen diese haben.

Einstiegsliteratur:
Bilandzic, H., & Busselle, R. W. (2013). Narrative Persuasion. In J. P. Dillard & L. Shen (Eds.), The Sage handbook of persuasion. Developments in theory and practice. Los Angeles, London: Sage.

 

Gesundheitskommunikation

z.B. Lassen wir uns durch Foreneinträge zu Impfschäden von Impfungen abhalten? Motivieren Fitnessarmbänder zu mehr Bewegung?

Forschungsaktivitäten der Gesundheitskommunikation zielen letztlich auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands und -verhaltens der Bevölkerung, welcher als Voraussetzung für physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden gilt. Entscheidend hierfür ist die erfolgreiche Kommunikation von Gesundheitsrisiken sowie Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten. Da Menschen entsprechende Botschaften gern ignorieren oder ihr Gesundheitsverhalten wider besseren Wissens nicht ändern, ergeben sich hier spannende Forschungsfragen und praktische Anwendungsgebiete zur Untersuchung der Selektion, Rezeption und Wirkung entsprechender Botschaften.

Einstiegsliteratur:
Rossmann, C. & Meyer, L. (2017). Medizin- und Gesundheitskommunikation. In H. Bonfadelli, B. Fähnrich, C. Lüthje, J. Milde, M. Rhomberg & M.S. Schäfer (Hrsg.), Forschungsfeld Wissenschaftskommunikation (S. 355-371). Wiesbaden: Springer VS.

 

Umweltkommunikation                                                                         

z.B. Welche Rolle spielen Bilder in der Umwelt- und Klimaberichterstattung? Durch welche Art von Kampagnen kann man die Bereitschaft in der Bevölkerung erhöhen, sich klimafreundlich zu engagieren?

Klimawandel, Umweltschutz, der Verlust der Biodiversität - Umwelt- und Klimaschutz sind zwei der wichtigsten Themen der Menschheit und verlangen von den Bürgern ein grundlegendes Umdenken, eine Neusortierung liebgewonnener Gewohnheiten und ziehen nicht zuletzt auch umfassende Einschränkungen nach sich. Die mediale Berichterstattung über Klimawandel ist beispielsweise in den letzten Jahrzehnten exponentiell gestiegen, unterstützt in weiten Teilen die Maßnahmen zum Klimaschutz und versucht das Problembewusstsein zu heben. In diesem Feld untersuchen wir die umweltbezogene Berichterstattung der Massenmedien ebenso Kommunikation über internetbasierte Dienste. Ein Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Wirkung von Umweltkommunikation auf Wissen, Einstellungen und Verhaltensweisen.

Einstiegsliteratur:
Cox, R. & Pezzullo, P. (2015). Environmental communication and the public sphere (4. Ausgabe). Los Angeles: Sage.

Wissenschaftskommunikation   

Organe aus dem 3D-Drucker, Nanotechnologie, etc. – Wie gehen wissenschaftliche Innovationen in die Lebenswelt der Menschen ein, wie berichten die Medien darüber und welche Wirkungen ergeben sich daraus?

Medien sind wichtige Kanäle, um etwas über Bereich der Wissenschaft zu lernen – etwa über Genforschung oder künstliche Intelligenz. Ein wichtiger Teil der Forschung setzt sich mit der Analyse von journalistischer Berichterstattung auseinander; zunehmend wird auch User-generierter Inhalt als Informationsquelle wichtig. Oft vernachlässigt werden populäre und fiktionale Formate, die ein ganz eigenes Potential haben: Sie wenden sich nicht an kleine Eliten, sondern ziehen ein Massenpublikum an, das oftmals über traditionelle Wissenschaftsformate nicht erreichbar ist. Sie vermögen es, Wissensbestände und Einstellungen zu verändern, Interesse zu wecken und Anschlusskommunikation zu stimulieren.

Einstiegsliteratur:

Bonfadelli, Heinz, Fähnrich, Birte, Lüthje, Corinna, Milde, Jutta, Rhomberg, Markus & Schäfer Mike S. (Hrsg., 2016). Forschungsfeld Wissenschaftskommunikation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

Mediennutzung: Gewohnheiten, Selektion, Nutzungskontexte                                                                           

z.B. Welche Gewohnheiten haben Menschen bei der Nutzung mobilen Medien?

Mediennutzung gehört zum Alltag der meisten Menschen. In den genutzten Medien und Medieninhalten, im Nutzungsumfang unterscheiden sich die Rezipientinnen und Rezipienten freilich sehr. Obwohl einige Nutzergruppen weiterhin traditionelle Medien präferieren, nimmt die Rezeption online-basierter Medien stark zu. Auch wenden die Nutzerinnen und Nutzer verschiedene Auswahlstrategien an, haben verschiedene Motive für die Nutzung und ziehen unterschiedliche Gratifikationen aus der Rezeption. Während manche Mediennutzerinnen und -nutzer zielgerichtet und rational ein Medienangebot auswählen, selektieren andere eher gewohnheitsmäßig. Die Suche nach Unterhaltung kann genauso im Vordergrund stehen, wie die Suche nach Information, Ablenkung oder Gesprächsstoff. Manchen Menschen rezipieren vorrangig alleine, andere zusammen mit Freunden oder auch Fremden, wie bspw. bei einem Public Viewing Event. Während die Mediennutzung zu Hause und im laufenden Programmangebot nach wie vor dominiert, setzt sich auch die mobile und zeitungebundene Kommunikation immer stärker durch. Im Bereich der Mediennutzungsforschung ergeben sich also zahlreiche Fragen nach den Zuwendungsmotiven, dem Nutzungskontext, den Selektionsweisen von verschiedenen Menschen und bei verschiedenen Medieninhalten. Das sich dynamisch ändernde Medienangebot regt zu immer neuen Fragen an und stellt die Gültigkeit bewährter theoretischer Ansätze stets aufs Neue in Frage.

Einstiegsliteratur:
Weiß, Ralph (2014): Alltag und Routinen. In: C. Wünsch, H. Schramm, V. Gehrau, & H. Bilandzic (Hrsg.), Handbuch Rezeptions- und Wirkungsforschung (S. 99-112). Baden-Baden: Nomos.

Normen, Werte, Emotionen 

z.B. Verändert House of Cards unsere Normen und Werte?

Medieninhalte können mit moralisch ambivalenten Figuren unsere Normen und Werte in Frage stellen. Gleichzeitig zielen viele Kampagnen bewusst auf gesellschaftliche Normen, Werte oder Emotionen ab, um beispielsweise prosoziales Verhalten zu motivieren. Normen, Werte und Emotionen dienen dabei als Mittler um Einstellungen und Intentionen zu beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie verschiedene Medieninhalte Normen, Werte oder Emotionen hervorrufen und welche anschließenden Wirkungen daraus resultieren. Wie gelingt es beispielweise mit einer Mediendarstellung Schuld hervorzurufen und kann dieses Empfinden von Schuld dazu führen, dass Rezipientinnen und Rezipienten ihre Einstellung zu gesellschaftlichen oder politischen Themen ändern. Wann empfinden Rezipientinnen und Rezipienten Bewunderung für Medienhelden und motiviert dies den Medienpersonen nachzueifern?

Einstiegsliteratur:

Tamborini, R. (Ed.) (2015). Media and the Moral Mind: Routledge.

Nutzung von sozialen Medien und soziale Vernetzung

Schauen wir nur Youtube-Videos mit vielen Likes? Wann wird ein kritischer Kommentar in einem Onlineforum gemeldet?

(Soziale) Onlinemedien bieten vielfältige Bereiche für Nutzerinnen und Nutzer eigene Inhalte zu veröffentlichen, mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Indirekte soziale Informationen, wie Likes und Bewertungen beeinflussen welche Medieninhalte wir wichtig finden oder selektieren. Nutzerinnen und Nutzer sind aufgefordert, unzivile Inhalte beispielsweise in Kommentaren zu sanktionieren. Ein zentraler Teil der Forschung setzt sich mit der Frage auseinander, welche Wirkungen nutzerseitige Inhalte und die aktive Partizipation auf die Wahrnehmung von Medieninhalten, Einstellungen und Verhaltensweisen haben.

Einstiegsliteratur:
Schmidt, J.H., & Taddicken, M. (2016). Handbuch Soziale Medien. Wiesbaden: Springer VS.

Konkrete Themenvorschläge

WWW.issenschaft? Die Kommunikation wissenschaftlicher Themen und Befunde im Internet und auf Social Media (Inhaltsanalyse)

Die Wirkung von Kommunikationsstrategien bei der Motivation von umweltfreundlichem Verhalten (Experiment)

Korrektur von Falschinformationen durch gewichtete Evidenz (Experiment oder Inhaltsanalyse)

Stereotype zu psychischen Erkrankungen in der Medienberichterstattung (Inhaltsanalyse)

Gute Menschen, die bösen Dingen zuschauen. Der Einfluss moralischer Identität bei der Rezeption und Bewertung von Geschichten ohne Happy End (Experiment)

Wie können mediale Gesundheitsinformationen zur informierten Entscheidungsfindung von Patienten beitragen? (Experiment oder Inhaltsanalyse)

Welchen Einfluss haben nutzerseitige Informationen auf die Bereitschaft gesellschaftliche Verantwortung in sozialen Dilemmata zu übernehmen? (Experiment)

Welche Wirkungen hat es auf die ProduzentInnen von Social Media-Inhalten, wenn ihre Inhalte positiv oder negativ bewertet werden? (Experiment, ggf. auch andere methodische Zugänge)

Welche Einstellungen haben Social Media-NutzerInnen gegenüber Regulierung und Meinungsfreiheit in sozialen Medien? (verschiedene methodische Zugänge möglich)